Grußwort von Stefan Gelbhaar (MdB)

Flughafen Tegel – Der Zukunft zugewandt.

Kein Fluglärm. Nirgends. Nichts mehr zu hören im Berliner Norden. Endlich ist es soweit: Das Leben in der Fluglärmschneise hat ein Ende. Spandau, Reinickendorf, Wedding und Pankow erhalten ein großes Stück Lebensqualität zurück. Auch ich, als Bewohner „der Schneise“. Pankower Anger. Bürgerpark. Pinke-Panke-Bauernhof. Alles ohne dröhnende Triebwerke im Minutentakt. Gespräche ohne Unterbrechung. In Ruhe die Seele baumeln lassen. Ich freu‘ mich drauf!

TXL hat seine Zeit gehabt. Er war für Westberlin das Tor zur Welt.  Zuletzt indes nichts mehr als ein aus der Zeit gefallener, sanierungsbedürftiger und an Fluggast-Völlerei leidender Patient, der mit Notverordnungen am Leben gehalten wurde. Doch: Vergangenheit und Zukunft werden sich versöhnen. Denn für das riesige Areal in Tegel beginnt ein neues Kapitel. Mit dem Einzug der Beuth Hochschule auf dem Gelände kann Berlin ein wichtiger Standort für zukunftsweisende Technologien und Konzepte im Bereich Verkehr, Wohnen und Stadtentwicklung werden. Die Bundesregierung muss nun schneller als bisher geplant, noch vor 2029, ihre sieben Sachen am Flughafen Tegel zusammenpacken und komplett an den BER umziehen. Eine weitere jahrelange Verzögerung würde die Entwicklung des neuen Technologie- und Stadtquartiers unnötig ausbremsen. Und wer weiß, vielleicht eröffnet demnächst ja dann das Café „Sechseck“ im Tower, von dem aus die Gäste auf ein, und das meine ich nicht nur architektonisch, einmaliges Denkmal jüngster Berliner Zeitgeschichte schauen können.

Jetzt heißt es aber auch, von Tegel zu lernen: Die Anwohnerinnen und Anwohner rund um den neuen Hauptstadtflughafen BER müssen von Anfang an vor Fluglärm geschützt werden. Beim Thema Nachtflugverbot muss die Bundesregierung umgehend eine Einigung mit den Ländern Berlin und Brandenburg erzielen: zwischen 22 Uhr und 6 Uhr darf kein Flieger landen oder abheben. Innerdeutsche Flüge müssen mit passgenauen und wettbewerbsfähigen Zugverbindungen entbehrlich gemacht werden. Wir aus Pankow, aus dem Norden Berlins, wissen, wie wichtig das ist.

Das nun Ruhe ist, ist auch Ihrem unermüdlichen Widerstandswillen und Ihrem Engagement der letzten Jahre zu danken! Daher: Ihr Erfahrung und Ihre Solidarität, liebe Nordberlinerinnen und Nordberliner, die brauchen die Menschen im Südosten der Hauptstadt für ihren Kampf gegen Fluglärm jetzt.

Euer
Stefan Gelbhaar